Festivus Seinfeld: Die wahre Geschichte des Anti-Weihnachts-Kults

Festivus Seinfeld: Die wahre Geschichte des Anti-Weihnachts-Kults

Die ikonische Sitcom "Seinfeld" prägte mit ihrer einzigartigen Mischung aus Alltagsbeobachtungen und absurdem Humor das Fernsehen der 90er Jahre. Eine Episode, die besonders heraussticht und bis heute Kultstatus genießt, ist jene, die den Feiertag Festivus Seinfeld einführte. Dieser Anti-Weihnachts-Feiertag, der in der neunten Staffel in der Folge "Der Streik" (Originaltitel: "The Strike") seinen denkwürdigen Auftritt hatte, basiert tatsächlich auf einer wahren Begebenheit und stellte eine radikale Abkehr von den üblichen Feiertagsspecials dar.

In dieser besonderen Weihnachtsfolge verstricken sich Jerry, George, Elaine und Kramer wie gewohnt in ihre individuellen Missgeschicke. Doch der eigentliche Star der Episode ist George Costanzas Vater, Frank Costanza, dargestellt von Jerry Stiller. Er reanimiert eine bizarre Familienfeier: Festivus, einen von ihm erfundenen Feiertag, der als Protest gegen den kommerziellen und religiösen Überfluss von Weihnachten dient. Statt am 25. Dezember wird Festivus bereits zwei Tage zuvor, am 23. Dezember, zelebriert. Die scheinbare Sinnlosigkeit dieses Feiertags täuscht, denn er birgt eine tiefere Bedeutung und eine überraschende Herkunftsgeschichte.

Die Entstehung des Festivus in der Seinfeld-Welt

Die Episode "Der Streik" beginnt auf einer Chanukka-Party von Dr. Tim Whatley, wo George über Spendenkarten an "The Children’s Alliance" verärgert ist. Um sich vor echten Geschenken zu drücken, erfindet er prompt seine eigene betrügerische Wohltätigkeitsorganisation, "The Human Fund". Währenddessen bandelt Jerry mit einer Frau namens Gwen an, deren Attraktivität sich je nach Blickwinkel zu ändern scheint, und Elaine versucht verzweifelt, ihre verlorene Sandwich-Lochkarte zurückzugewinnen, auf der sie eine falsche Telefonnummer notiert hatte.

Doch das Highlight der Folge ist zweifellos die Einführung des Festivus Seinfeld durch Frank Costanza. Dieser anti-weihnachtliche Brauch ist alles andere als besinnlich. Frank erklärt Kramer die Ursprünge des Feiertags in einem unvergesslichen Monolog: "Vor vielen Weihnachtsfesten wollte ich eine Puppe für meinen Sohn kaufen. Ich griff nach der letzten, aber ein anderer Mann tat dasselbe. Als ich Schläge auf ihn regnen ließ, erkannte ich, dass es einen anderen Weg geben musste. Ein neuer Feiertag war geboren – ein Festivus für den Rest von uns!"

George ist von dem Gedanken an Festivus entsetzt und reagiert panisch, wenn er auch nur eine "Frohes Festivus"-Karte von seinem Vater erhält. Er wehrt sich vehement gegen die skurrilen Bräuche, die ihn oft demütigen oder sogar körperlich verletzen. Kramer hingegen ist fasziniert von der Idee und hilft Frank begeistert dabei, Festivus wieder aufleben zu lassen.

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Rituale und die wahre Geschichte hinter Festivus

Die Festivus-Feierlichkeiten sind ebenso eigenwillig wie Frank Costanza selbst. Anstelle eines geschmückten Weihnachtsbaumes steht ein schmuckloser Aluminiumpfahl im Mittelpunkt. Frank schätzt dessen Einfachheit und hält Lametta für "ablenkend". Das Familienessen ähnelt einem gewöhnlichen Weihnachtsmahl, besteht aber in diesem Fall lediglich aus Hackbraten auf einem Salatbett. Doch der eigentliche Höhepunkt ist nicht das Essen, sondern das "Airing of Grievances" – die "Luftung der Beschwerden". Hier versammeln sich die Familienmitglieder und einander mit, inwiefern sie sich im Laufe des Jahres gegenseitig enttäuscht haben.

Frank Costanza hält sich dabei nicht zurück. Als George's Chef, Mr. Kruger, zufällig beim Festivus-Dinner anwesend ist, nimmt Frank kein Blatt vor den Mund: "Ich habe viele Probleme mit euch Leuten, und jetzt werdet ihr sie hören! Sie, Kruger, mein Sohn sagt mir, Ihre Firma stinkt! Kruger, Sie könnten kein Seidenlaken glätten, selbst wenn Sie ein heißes Date mit einer Schönheit hätten!"

Darauf folgen die "Feats of Strength" – die "Leistungen der Stärke". Getreu dem Namen werden diese wörtlich genommen und beinhalten, dass Frank ein Familienmitglied, meist George, zu Boden ringt. Frank betont stolz, dass Festivus erst vorbei ist, wenn George seinen Vater besiegt hat. Lustigerweise ist Festivus weder gänzlich Fiktion noch Franks eigene Erfindung. Der ursprüngliche Anti-Weihnachts-Feiertag wurde 1966 von Daniel O'Keefe, dem Vater des "Seinfeld"-Autors Dan O'Keefe, als säkulare Alternative zu Weihnachten ins Leben gerufen.

Der erste Festivus markierte Daniels erstes Date mit seiner zukünftigen Frau Deborah und entwickelte sich später zu einer jährlichen Familientradition der O'Keefes. Die ursprüngliche Feier hatte kein festes Datum und beinhaltete skurrile Rituale, wie das Aufzeichnen von Beschwerden auf Tonband, eine Idee, die auf Samuel Becketts Stück "Krapp's Last Tape" basierte. Anders als in der "Seinfeld"-Version gab es keinen Aluminiumpfahl, sondern mysteriöse Symbole wie eine "Uhr in einer Tasche". Der Slogan der Familie, "Ein Festivus für den Rest von uns", stammt ebenfalls von den O'Keefes.

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Festivus als bahnbrechende TV-Innovation

Im Kontext des damaligen Fernsehprogramms war die Festivus Seinfeld-Episode bahnbrechend für ihre nihilistische, satirische und unverhohlen negative Betrachtung des traditionellen Weihnachts-Specials. Sie stand in starkem Kontrast zum herzerwärmenden Ton beliebter Feiertagsklassiker wie "Rudolph mit der roten Nase" oder "Die Peanuts – Fröhliche Weihnachten", die jährlich im Fernsehen liefen. Während die Festivus-Folge für Lacher sorgte, war sie weit entfernt von der Wärme anderer Sitcoms der 90er Jahre.

Serien wie "Friends" zelebrierten in ihren Weihnachtsfolgen den Feiertagsgeist, und selbst "Die Simpsons" behielten in "Bart wird ein Genie" traditionelle Weihnachtselemente bei. Festivus hingegen lehnt die Vorstellung von Weihnachten als Ganzes offen ab. Ob durch Säkularismus, eine Ablehnung des Konsumverhaltens oder Unbehagen mit traditionellen Weihnachtsfeiern motiviert, Festivus bietet eine Alternative für all jene, die sich beteiligen möchten, ohne dem üblichen Feiertagsdruck ausgesetzt zu sein.

In einer Saison, die für übermäßige Ausgaben bekannt ist, erinnert Festivus das Publikum daran, dass man nicht verschwenderisch sein muss – besonders wenn nicht jeder den Luxus dazu hat. Der Festivus Seinfeld bleibt somit nicht nur ein humorvolles Element der Serie, sondern auch ein zeitloser Kommentar zur modernen Feiertagskultur.

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