Die Hollywood-Ikone Morgan Freeman, mittlerweile 88 Jahre alt, äußert sich erstmals öffentlich zu möglichen Überlegungen bezüglich seines Ruhestands. Als einer der ältesten aktiven Schauspieler in der Traumfabrik blickt Freeman auf eine beeindruckende Karriere von über sechs Jahrzehnten zurück, in der er unzählige Rollen von Detektiven über Gefangene bis hin zu Gott verkörperte. Seine einzigartige Erzählstimme hätte ihm bei den Oscars zweifellos ein Monopol in der Kategorie "Beste Narration" eingebracht.
In den letzten Jahren trat Freeman etwas seltener ins Rampenlicht und widmete sich vorwiegend kleineren oder weniger bekannten Projekten. Seine jüngsten Filme, "Gunner" und "My Dear Friend Zoe" aus dem Jahr 2024, erschienen ohne großes Aufsehen. Nun kehrt Freeman jedoch mit dem Heist-Thriller "Now You See Me: Now You Don't" zurück, in dem er erneut in die Rolle des Thaddeus Bradley schlüpft. Im Rahmen der Promotion für diesen Film gab Freeman ein Interview mit The Guardian, in dem er über diverse Themen wie seine Lieblingsrollen, den Aufstieg der künstlichen Intelligenz und sogar den Black History Month sprach.

In eben diesem Gespräch kam die Sprache auch auf seinen möglichen Ruhestand. Freeman räumte ein, dass ihm die Vorstellung, sich nach so vielen Jahren vom Schauspiel zurückzuziehen, bereits mehrfach in den Sinn gekommen sei. "Manchmal schwebte die Idee vom Ruhestand an mir vorbei, aber sobald mein Agent sagt, es gibt einen Job, oder jemand will dich, oder sie haben ein Angebot gemacht, kocht das Ganze sofort wieder auf wie gestern: Wie viel zahlt ihr, wo werden wir sein?"
Trotz dieser Gedanken stellte Freeman klar, dass er nicht vorhat, in absehbarer Zeit zu verschwinden. Er fügte hinzu: "Der Appetit ist immer noch da. Ich gebe zu, er hat ein wenig nachgelassen. Aber nicht genug, um einen ernsthaften Unterschied zu machen." Nach sechs Jahrzehnten in derselben Branche ist es nur natürlich, dass die anfängliche Begeisterung leicht verblasst. Doch die Tatsache, dass Freeman immer noch auftritt, Texte auswendig lernt und mit derselben Anmut und Autorität wie eh und je performt, spricht Bände über seine Hingabe zum Handwerk.
Morgan Freeman und die Herausforderungen der KI-Stimmenklonung
Die Stimme von Morgan Freeman ist einzigartig und unverwechselbar. Taucht sein Name in einer Dokumentation auf, zieht dies fast garantiert Zuschauer an, unabhängig vom Thema. Er könnte eine Einkaufsliste vorlesen, und es würde immer noch klingen, als wäre es das Wichtigste auf der Welt. Wenn er sich eines Tages tatsächlich zurückzieht, wird seine Stimme zweifellos schmerzlich vermisst werden. Heutzutage verfügt künstliche Intelligenz über die beunruhigende Fähigkeit, die Stimmen und Sprechweisen von Schauspielern mit erschreckender Genauigkeit zu replizieren.
Tatsächlich erlaubte der verstorbene James Earl Jones, dass seine Stimme für zukünftige Auftritte als Darth Vader digital reproduziert wird. Auch Matthew McConaughey und Michael Caine unterzeichneten kürzlich Verträge mit ElevenLabs, um KI-Versionen ihrer Stimmen für zukünftige Verwendungen zu erstellen. Freeman lehnt diese Idee jedoch vehement ab. Im selben Interview bezog er klar Stellung gegen die Nutzung von KI zur Replikation seiner Stimme. Er sagte: "Ahmt mich nicht mit Falschheit nach. Ich schätze das nicht."
Er erklärte weiter, dass seine Stimme ein Teil seiner Identität sei und etwas, wofür er bezahlt werde. Daher sei die unautorisierte Nutzung von KI zur Nachahmung seiner Stimme nichts anderes als Diebstahl. Seine Stimme wird ständig von KI-Websites geklont, und Freeman verriet, dass sein Anwaltsteam bereits gegen solche Fälle vorgeht: "Nun, ich sage Ihnen, meine Anwälte sind sehr, sehr beschäftigt."

Freeman teilte auch seine Gedanken zu Tilly Norwood mit, der weltweit ersten vollständig virtuellen KI-Schauspielerin, die im September vorgestellt wurde. Berichten zufolge arbeitet der Schöpfer des Projekts an 40 weiteren digitalen Schauspielern, um ein völlig neues Genre des KI-gesteuerten Storytellings zu etablieren. Freeman zeigte sich davon nicht besonders begeistert. Er bemerkte, dass es bereits öffentliche Empörung um Norwood gebe, weil sie nicht real sei und menschlichen Schauspielern Arbeitsplätze wegnehme. Zudem fügte er hinzu, dass er nicht glaube, dass dies gut für Filme oder Fernsehen funktionieren werde.
"Now You See Me: Now You Don't" – Ein Blick auf das Comeback
Derzeit läuft "Now You See Me: Now You Don't" in den Kinos und markiert damit Morgan Freemans Rückkehr auf die große Leinwand. Dieser Heist-Thriller, der in den Genres Thriller, Krimi und Mystery angesiedelt ist, verspricht spannende Unterhaltung. Mit einem voraussichtlichen Kinostart am 12. November 2025 und einer Laufzeit von 112 Minuten bringt der Film eine beeindruckende Besetzung zusammen.
Ruben Fleischer führt Regie, während ein Team aus erfahrenen Drehbuchautoren wie Rhett Reese, Seth Grahame-Smith, Michael Lesslie, Paul Wernick, Eric Warren Singer, Boaz Yakin und Edward Ricourt für das Skript verantwortlich zeichnet. Neben Morgan Freeman, der seine Rolle als Thaddeus Bradley wieder aufnimmt, sind auch Jesse Eisenberg als J. Daniel Atlas und Woody Harrelson als Merritt McKinney in ihren bekannten Rollen zu sehen. Fans des ersten Teils können sich auf eine Fortsetzung mit dem bewährten Ensemble und einer neuen, fesselnden Handlung freuen.
Trotz seiner Überlegungen zum Ruhestand bleibt Morgan Freeman eine unersetzliche Größe im Schauspielgeschäft. Seine anhaltende Leidenschaft und sein Kampf gegen die unautorisierte Nutzung von KI-Stimmen unterstreichen seine Integrität und seinen Wert für die Branche. Die Hollywood-Legende beweist, dass wahre Kunst und menschliche Authentizität auch im digitalen Zeitalter ihren unschätzbaren Wert behalten.

Reklam
Reaktionen
Klicken Sie, um zu reagieren! Sie können nur eine Reaktion auswählen.